Samstag, 14. November 2015

Nous sommes Unis

Aus einem Impuls heraus seine Meinung lauthals zu verkünden ist falsch, unsachlich und mit Sicherheit alles andere, als reflektiert. Doch das ändert nichts an der Gefühlslage und der Meinung an sich. Und deswegen habe ich mich - wie all diejenigen, die ihren Frust und ihren Hass gegenüber Flüchtlingen oder gegenüber derer, die ihre Profilbilder ändern - hinreißen lassen, genau dieses Verhalten zu kritisieren. 
Und weil das Internet nichts vergisst, kann ich den Post hier auch gleich nochmal teilen:



Unser Problem sind meiner Meinung nach keine Nazis, keine Flüchtlinge und in erster Linie auch keine Terroristen. Wir selbst sind unser größtes Problem.
Menschen werden von ihren Mit"Menschen" getötet. Solchen, die behaupten, im Dienste ihres Gottes und ihrer Religion zu handeln. Zivilisationen werden in Angst, Schrecken und Unsicherheit versetzt. Regierungschefs und Spitzenpolitiker müssen Lösungen finden, die ihre Bevölkerung schützt, aber nicht bis aufs letzte ausspioniert.  
Homo homini lupus. Der Mensch ist des Menschen Wolf.  
Schuldzuweisungen, teils unreflektierte und uninformierte Meinungen und blanker Hass triffen tagtäglich aufeinander. In der Politik, in Syrien und im Internet. 
Mir fehlen ob dieser Situation einfach nur die Worte. Denn alles, was man sagt und was man tut, ist falsch. 
Wer sein Profilbild ändert, sodass es die "drapeau tricolore" zeigt, hat genauso Unrecht, wie einer, der Texte der Pegida teilt.
Menschen, die imho einfach nur zynisch sein wollen, maßen sich an, einem Untätigkeit, Faulheit und Blindheit zu unterstellen. Am besten noch solche, die sich unter anderen Posts über Bodyshaming aussprechen und Leute beleidigen, die mit Statements wie "Die ist nur fett, weil sie zu viel Frisst" hausieren gehen.

Nein. 

Ihr könnt den Charakter derer, die euch durch ein Bild sauer aufstoßen und mit denen ihr vielleicht noch nie ein Wort gewechselt habt, nicht einfach daran messen, was sie nach einem kurz zuvor geschehenem Anschlag tun. Der Mensch handelt in solchen Situationen nicht rational. Wie sollte er auch, wenn ihn diese Geschehnisse schockieren und in Angst versetzen.
Ein guter Freund von mir mag mit seiner Aussage, übertriebener Zynismus sei wohl für manche Menschen einfach zu wichtig geworden, durchaus ins Schwarze treffen. Es ist niemandem geholfen, alles scheiße zu finden oder einfach um der Kritik willen zu kritisieren.

Die Menschheit sollte in Zeiten der Angst und des Terrors - im eigenen wie im fremden Land - zusammenstehen und -halten und sich nicht gegenseitig bekämpfen. Wer Weltfrieden will kann diesen nicht durch Beleidigungen und Verteufelung seiner Mitmenschen erreichen. Genauso wenig, wie durch ein geändertes Profilbild. 
Man sollte sich bei den Händen fassen - symbolisch oder körperlich, völlig gleich -  und das Problem durch Zusammenhalt und -arbeit lösen. Anders geht es nicht...

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