Samstag, 14. November 2015

Nous sommes Unis

Aus einem Impuls heraus seine Meinung lauthals zu verkünden ist falsch, unsachlich und mit Sicherheit alles andere, als reflektiert. Doch das ändert nichts an der Gefühlslage und der Meinung an sich. Und deswegen habe ich mich - wie all diejenigen, die ihren Frust und ihren Hass gegenüber Flüchtlingen oder gegenüber derer, die ihre Profilbilder ändern - hinreißen lassen, genau dieses Verhalten zu kritisieren. 
Und weil das Internet nichts vergisst, kann ich den Post hier auch gleich nochmal teilen:



Unser Problem sind meiner Meinung nach keine Nazis, keine Flüchtlinge und in erster Linie auch keine Terroristen. Wir selbst sind unser größtes Problem.
Menschen werden von ihren Mit"Menschen" getötet. Solchen, die behaupten, im Dienste ihres Gottes und ihrer Religion zu handeln. Zivilisationen werden in Angst, Schrecken und Unsicherheit versetzt. Regierungschefs und Spitzenpolitiker müssen Lösungen finden, die ihre Bevölkerung schützt, aber nicht bis aufs letzte ausspioniert.  
Homo homini lupus. Der Mensch ist des Menschen Wolf.  
Schuldzuweisungen, teils unreflektierte und uninformierte Meinungen und blanker Hass triffen tagtäglich aufeinander. In der Politik, in Syrien und im Internet. 
Mir fehlen ob dieser Situation einfach nur die Worte. Denn alles, was man sagt und was man tut, ist falsch. 
Wer sein Profilbild ändert, sodass es die "drapeau tricolore" zeigt, hat genauso Unrecht, wie einer, der Texte der Pegida teilt.
Menschen, die imho einfach nur zynisch sein wollen, maßen sich an, einem Untätigkeit, Faulheit und Blindheit zu unterstellen. Am besten noch solche, die sich unter anderen Posts über Bodyshaming aussprechen und Leute beleidigen, die mit Statements wie "Die ist nur fett, weil sie zu viel Frisst" hausieren gehen.

Nein. 

Ihr könnt den Charakter derer, die euch durch ein Bild sauer aufstoßen und mit denen ihr vielleicht noch nie ein Wort gewechselt habt, nicht einfach daran messen, was sie nach einem kurz zuvor geschehenem Anschlag tun. Der Mensch handelt in solchen Situationen nicht rational. Wie sollte er auch, wenn ihn diese Geschehnisse schockieren und in Angst versetzen.
Ein guter Freund von mir mag mit seiner Aussage, übertriebener Zynismus sei wohl für manche Menschen einfach zu wichtig geworden, durchaus ins Schwarze treffen. Es ist niemandem geholfen, alles scheiße zu finden oder einfach um der Kritik willen zu kritisieren.

Die Menschheit sollte in Zeiten der Angst und des Terrors - im eigenen wie im fremden Land - zusammenstehen und -halten und sich nicht gegenseitig bekämpfen. Wer Weltfrieden will kann diesen nicht durch Beleidigungen und Verteufelung seiner Mitmenschen erreichen. Genauso wenig, wie durch ein geändertes Profilbild. 
Man sollte sich bei den Händen fassen - symbolisch oder körperlich, völlig gleich -  und das Problem durch Zusammenhalt und -arbeit lösen. Anders geht es nicht...

Samstag, 29. August 2015

Review: The Selection

Liebe männliche Leser, herzlich seid ihr eingeladen, entnerft aufzustöhnen und diesen Tab sofort wieder zu schließen, denn es folgt der mädchenhafteste Blog Eintrag, den ich je schrieb. Weil es halt ein verdammtes Mädchenbuch ist. :D

Kiera Cass - The Selection  

Als ich meinen "so called" Urlaub antrat, wollte ich im Vorfeld leichte Lektüre mitnehmen, um mich über die Tage amüsieren zu können. Also viel meine Wahl nach erstaunlich häufigen Auftauchen in der "Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch"-Rubrik bei Amazon auf oben genannten Roman "The Selection". Es handelt sich dabei um den Auftakt einer von Kiera Cass geschriebenen (geplanten) Quintologie, in der es zugeht, wie in beim "Bachelor" in der RTL Primetime. Nur ohne ehemalige Pornodarstellerinnen und entblößte Brüste.


Zur Handlung:
Im fiktiven und recht jungen Land Illeá herrscht noch die gute alte Monarchie und unser angehender Prinz Maxon Schreave sucht sich unter allen Teilnehmerinnen seines Landes mit 35 Bundesländern (gut, im Buch heißen sie Provinzen) eine aus, die er später mal heiraten will. Natürlich könnte er - in guter alter Aschenputtel-Manier - einen Ball veranstalten und jedes Fräulein zwischen 16 und 20 Jahren einladen, aber in Zeiten von Radio und TV feiert man ja keine Bälle mehr und deswegen macht man, wie schon bei seinem Vater vorher, aus dem ganzen Act eine Castingshow. Quasi eine Art Bundesvision Bride Contest.
Alle Mädchen zwischen 16 und 20 können sich schriftlich bewerben, dann wird aus jeder der Provinzen eine Vertreterin ausgewählt, die dann in den Palast geflogen wird und da darf der Prinz sich dann alle mal ganz genau ansehen und seine Favoritin aussuchen.
Jedes Mädchen freut sich natürlich über die Chance, den jungen Prinzen zu heiraten (oder an sein ganzes Geld zu kommen). 
Jedes Mädchen? Nein! Ein unbeugsames mit dem Namen America Singer - unsere Hauptperson - findet die Idee sich zu bewerben, im Gegensatz zu ihrer fordernden Mutter, auf neudeutsch "gar nicht mal so geil", schließlich hat sie ihren Traummann, Aspen, schon gefunden. 


Tja und damit stolpern wir auch schon zu dem Teil, in dem ich meine, mit ganz leichten Spoilern behaftete, Meinung zu dem vorliegenden Buch kundtun will:
Zunächst mal kann ich jetzt schon vorwegnehmen, dass sich mir direkt zu Beginn ein Gedanke aufdrängte, der sich im Nachhinein zum Teil bestätigte:

Wenn "50 Shades of Grey" ursprünglich eine "Twilight" Fanfiction mit zusätzlichem BDSM war, dann ist "The Selection" anfangs eine "Hunger Games" Fanfiction gewesen, nur ohne Hungerspiele.

Wer von hier bis an die Ecke denken kann, der riecht schon beim kurzen Klappentext eine nahende Dreiecksbeziehung und wird auch nicht enttäuscht. Natürlich gibt es eine.
Und natürlich bewirbt sich unsere widerspenstige Hauptperson Katniss... äh America und natürlich kommt sie beim Publikum durch ihre ungekünselte Art gut an und natürlich findet sie Maxon nach anfänglicher Abscheu dann doch toll, kann gedanklich aber nie ganz mit Gale - ich meine natürlich ASPEN, zefix - abschließen. 
Parallelen sind aber nicht nur in der Charaktergestaltung zu erknennen, sondern auch im Aufbau des Landes Illeá. Es besteht noch nicht allzu lang und ging aus einem Krieg hervor. Außerdem gibt es darin Rebellen die sich gegen das Königshaus stellen, welches im Capitol lebt. 
Zwar werden die Menschen hier nicht in 13 verschiedene Distrikte eingeteilt, dafür in 8 verschiedene Kasten. Diese sind von der Organisation stark an das indische Vorbild angelehnt, haben jedoch keine besonderen Namen sondern einfach ihre Nummern, wobei in u.a. Kaste 1 Politiker und Botschafter vertreten sind, in Kaste 5 Künstler, in Kaste 6 niedrige Arbeitskräfte und in Kaste 8 die Verbrecher.
Im Gegensatz zu den Collinsschen Distrikten sind in "The Selection" alle Kasten in allen Provinzen vertreten und eine 2 lebt durchaus auch mal direkt neben einer 5, ist aber trotzdem viel reicher und muss nicht hungern, wie zum Beispiel die Familien in Kaste 7.
Dieses Kastenprinzip ist leicht zu verstehen, schließlich berichtet America mit einer nahezu auffälligen Penetranz über die Unterschiede zwischen den verschiedenen Schichten. Wesentlich zurückhaltender ist sie bei der äußerlichen Beschreibung ihrer Mitmenschen. Über Aspen wissen wir, dass er schwarzhaarig ist und grüne Augen hat. Maxon hingegen ist blond und hat braune Augen. Von Americas Konkurrentinnen werden nur 2-3 zumindest Oberflächlich beschrieben und hin und wieder geht sie auch auf Kleiderfarben und -schnitte ein. Sehr viel mehr kommt aber im ganzen Buch nicht auf. 
Ich kann nur mutmaßen, ob das mit Schreibfäule der Autorin oder Americas Art, sich nicht auf Oberflächlichkeiten zu beschränken, zu tun hat. Zweiteres könnte man ihr durchaus abkaufen, schließlich befasst sich America sehr häufig mit Gefühlen, die sie gegenüber anderen hegt und wie sie über gewisse Dinge denkt.

Ich war überrascht, wie distanziert und erwachsen sie das zeitweise tut. Am Anfang war ich versucht, sie in die "Mary Sue"-Schublade zu stecken, da ist sie aber spätestens nach der ersten Hälfte wieder herausgeklettert und hat mich angeschrien und sich fürchtlerich aufgeführt. 
Denn im Gegensatz zu Katniss Everdeen, die mich mit jeder weiteren Zeile nur noch mehr wegen ihres Starrsinns genervt hat, gesteht sich America Singer Fehler ein und die Autorin saugt sich auch keine dummen und konstruierten Plottwists aus den Fingern, warum sie zu Maxon gehen will, um sich zu entschuldigen, und es dann doch nicht tut, weil sie mitansieht, wie er eine Fliege zerquetscht und sie hochgradig empört darüber ist und von dannen schreitet. (Was!? Stephenie Meyer hätte so einen Konflikt sicher eingebaut, wenn ihr makelloser Edward kein Mormone wäre, der nicht tötet!!)
Außerdem zeigt America an meinen zwei Lieblingsstellen (die ich am Ende anführe, weil sie echt heftige Spoiler sind) tatsächlich, und darüber freue ich mich sehr und deswegen bin ich auch Stolz auf die Autorin, gesunde Emanzipation. Holy Shit! Ich musste betreffende Stellen zweimal lesen, ehe ich nur ein "Wow" hervorbrachte. Das hatte ich nicht kommen sehen.
Außerdem werden im ersten der fünf Teile auch Probleme wie Aufstände, Krieg und Rebellion angesprochen. Es werden politische und geschichtliche Fragen aufgeworfen, die America - und damit dem Leser - nicht beantwortet werden. Natürlich ist das Buch kein so geballtes Mysterium wie die Serie "Lost", bringt den Leser jedoch zum Nachdenken und macht neugierig.

Alles in Allem war das Buch in meinen Augen leichte Kost mit Witz, Charme, einer tatsächlichen und zeitweise greifbaren Charakterentwicklung und einem - für mich tatsächlich - überraschendem Ende.
Ich will die beiden Folgebände, die sich um America drehen, unbedingt asap lesen, habe aber gleichzeitig ein bisschen Angst davor, dass sie sich im Laufe der Geschichte von dem starken jungen Mädchen in eine nervtötende Katniss verwandelt, die sich Partout nicht zwischen Gale und Peeta entscheiden kann und dann doch wieder an meinen Nerven zehrt.
Aber ich hoffe das Beste. :)


Hiermit sei eine uneingeschränkte Leseempfehlung an all die ausgesprochen, denen sich vom elenden Dreiecksthema (das mich btw auch sehr nevt) noch nicht sofort der Magen umdreht und die mal einen Mädchenroman lesen wollen, in dem die Hauptperson mehr Profil beweist, als ein hirnloses Fangirl.


So und wie versprochen kommen wir nun zu meinen Lieblingsstellen, wovon die erste eigentlich ein happiger Spoiler ist und die zweite quasi das Ende des ersten Bandes verrät. 

Zitat I:
Und für die Dauer meines Spiels gab es keine giftige Celeste mehr, keinen Aspen, der hier im Palast lauerte, keine Rebellen, die uns überfallen wollten. Nur einen wunderbaren Ton nach dem nächsten, so eng aneinandergeschmiegt, als fürchten sie, ohne die anderen verloren zu gehen. Und während sie dahinflossen, wurde aus meinem Geschenk für Kriss ein Geschenk für mich selbst.

Zitat II: 
"Also entscheidest du dich jetzt für ihn statt für mich?", fragte Aspen.
"Nein, weder für dich noch für ihn. Ich entscheide mich für mich selbst."

Da hatte das Buch mich. Ungelogen. Zum ersten Mal gibt es hier am Ende kein "ich muss mich für den Mann, den ich liebe, aufopfern und ihm alles darbieten, was ich habe"-Getue, sondern einfach nur selbstbewusste Gedanken einer selbstbewussten Frau. Sowas brauchen wir öfter in Romanen. Danke Kiera Cass, dass Sie den Anfang gemacht haben!

Mittwoch, 24. Juni 2015

Spotify und die dunkle Seite der Macht

Ich nutze seit bestimmt einem Jahr Spotify und war bis vor kurzem ein Premiumkunde, der sich zwar hin und wieder über einige Updates geärgert, aber Spotify dennoch nie abgeschworen hat. Bis jetzt.
Mit den letzten Updates wurde nicht nur schon wieder alles hässlicher, sondern es wurde eine Reihe von Features entfernt, ohne die ich den Dienst einfach nicht nutzen will.
Es war mir im wahrsten Sinne es Wortes ein innerer Atomkrieg, als ich mich eines abends mit den Neuerungen auseinandergesetzt habe und mein Handy laut schreiend quer durch den Raum werfen wollte...
(Note: Ich will Spotify keinem begeisterten Nutzer schlechtreden, aber meine Enttäuschung trotzdem irgendwie rauslassen. Wer mit Kritik gegen seinen geliebten Streaming-Dienst nicht umgehen kann, ist herzlich eingeladen, diesen Artikel zu verlassen.
Ich würde mich ja nicht beklagen, wenn Spotify eine Beta wäre... oder erst ein halbes Jahr alt. Aber konstante Verschlechterungen, die sich über einen derart langen Zeitraum ziehen, können doch nicht der Ernst der Entwickler sein.)
 

Einige Beispiele gefällig? Dann fangen wir mit der Desktop-Version an:
Dass man seine Starred-Liste jetzt nicht mehr mit nur einem Klick erweitern kann, ist ja nichts neues. Dass aber auch die Suchfunktion in den Playlists entfernt wurde, nagt an meinen Nerven. Genauso wie man die Songs jetzt in den lokalen Dateien nicht mehr nach "Hinzugefügt" ordnen kann, ist mir ein Dorn im Auge. Davor war es recht einfach zu sehen, welches Lied man seiner Mediathek als letztes hinzugefügt hat, um es mit Spotify zu synchronisieren. Das geht jetzt nicht mehr. Jetzt muss man nach Namen des Songs, Interpreten oder Albums sortieren. Oder nach der Länge der Songs, haha. Übersichtlicher geht’s bei ca. 5500 Songs, die ich auf der Festplatte hab, ja kaum.

Ein weiteres nützliches Feature, dass ich gern genutzt habe, ist jetzt auch weg. Nämlich die Möglichkeit, die Daten eines Songs anzupassen, damit man "Track No07", den man sich vor Jahren mal von einem Soul Eater-Soundtrack kopiert hat, in "TACTICS" umbenennen kann, weil man ihn unter dem Namen (surprise, surprise) leichter finden kann. But wait! Ich kann sie ja nicht mehr mit der Suchfunktion suchen! Hab ich fast vergessen! Dann ist es ja nicht weiter schlimm, etwa 5 "Track No07"s auf dem PC zu haben.
Weil wisst ihr was? Da bleiben sie auch.

Die Möglichkeit, lokale Titel vom Desktop via WLAN mit der (in meinem Fall) Adroid-App zu synchronisieren, funktioniert nämlich an meinem Desktop PC nicht mehr, seltsamer Weise aber noch an meinem Notebook. Weder die Deinstallation der App (und damit der Wipe aller heruntergeladenen Songs, die eben nicht gespeichert wurden, wie Splotchify glaubhaft versichert) noch des Programms auf dem PC haben mir weitergeholfen und die Einstellungen unterscheiden sich auch nicht von denen auf dem Notebook. 


Und damit gehen wir über zu den Bugs und Fehlern in der mobilen App.
Man kann dort nach wie vor (wahrscheinlich, weil sie es vergessen haben), Songs via Filter suchen, zum Beispiel, indem man "Heaven" eintippt. Wählt man dann einen der angezeigten Titel aus (zB. Heaven Shall Burn - Godiva), befinden sich in der Wiedergabeliste jedoch nur noch die Songs, die in Titel, Interpreten- oder Albumname das Wort "Heaven" führen. Den Filter löschen funktioniert nicht mehr. Man muss dafür einen anderen Song ohne aktivierten Filter anwählen. 

Auch schön: Die Abstürze, die Spotify auf meinem Nexus 5 hinlegt. Entweder die App wird mitten unter einem Song beendet und beim Neustart braucht die Mediathek ewig, bis sie lädt, oder die Wiedergabe endet einfach nach einem x-beliebigen Song und man darf dann neustarten. 

But wait! There is more!
Wenn ihr wie ich eine Starred-Liste habt, die etwa 700 Lieder verschiedenster Musikrichtungen, Künstler und Stimmungen habt, und diese gern im Shuffle-Modus hört, dann dürft ihr euch darauf einstellen, die Shuffle-Funktion fast jedes mal wieder manuell einzuschalten. Eine Option in den Einstellungen, Shuffle als Standard zu aktivieren, gibt es nämlich auch nicht mehr.
Chapeau, Spotify, Chapeau! *clap clap clap*
  

Was mich dann aber zum endgültigen Wechsel gebracht hat, war Facebook. Mein Account wurde gesperrt und ich muss meine Identität nachweisen. Das ganze hat den gesamten Tag über nicht funktioniert und jetzt ratet mal, welcher Dienst mit Facebook verknüpft ist (obwohl ich beim Registrieren ausdrücklich NICHT die "mit Facebook anmelden"-Funktion nutze)... RICHTIG! SPOTTIFY!
Nachdem das Einloggen auf Facebook so glorreich nicht funktioniert hat, hat natürlich auch Spotify gestreikt.
Danke, das reicht dann auch.

Hab mich dann, nach kurzem Durchstöbern diverser Vergleichsseiten, für Deezer entschieden, da die Streamingdienste ja eh alle gleichviel kosten und die Kritiken dafür wesentlich besser waren, als die von z.B. Play Music.
Das Einzige, was mir von Spotify fehlen wird ist die Tatsache, dass meine G19 immerhin soweit mit dem Programm kompatibel war, dass ich Songs skippen und die Wiedergabe anhalten oder stoppen konnte. Bei Deezer klappt das leider nicht.
Aber neue Musik neues Glück (oder so).
Bin gespannt, wie sich der Dienst auf lange Sicht macht. (Songs umbenennen geht da immer hin schon mal.)

Zur Besänftigung derer, die mir in allen Punkten widersprechen wollen und die finden, ich übertreibe, hab ich dieses süße Video:

Mittwoch, 17. Juni 2015

Tiefpunkte sind die zusätzlichen Startpunkte

Dass das Leben nicht ständig problemlos verläuft ist gemeinhin bekannt. Manchmal steigt es, manchmal ist es ein Gefälle, hin und wieder sieht es wie eine Sinuskurve aus oder wie das Energiediagramm einer chemischen Reaktion (mit oder ohne Katalysator). Und meines ist gerade irgendwo unter der x-Achse angekommen.
Das hier wird kein Heul-Beitrag, wohl aber einer, der ohne System oder Konzept läuft, weil ich mir im Vorfeld kaum Gedanken gemacht habe.
Aber neben all der Kritik an meinem Umfeld, über die ich schreibe und schrieben wollte (unter anderem über Spotify und Feminismus bzw. dessen Gegner), dachte ich mir, es sei mal an der Zeit, welche an mir selbst zu üben. Und jetzt scheint mir der richtige Zeitpunkt dafür.

Davor aber ein ausführlicher Bericht, was bei mir in letzter Zeit so los war:
Randnotiz: Es folgt ein (für mich) ungewöhnlich emotionaler, ehrlicher und vorallem offener Text.
Ich bin jemand, der nicht gerne mit Gefühlen hausieren geht, weswegen mir das Schreiben diesmal zusätzliche Überwindung kostete. 

Vor ein paar Wochen war alles im Lot. Ich habe gute Noten in der Schule geschrieben, war kurz vor dem Halbjährigen mit meinem Freund, hatte einen top Nebenjob und endlich mal wieder super Stimmung zu Hause. Klingt gut, war gut. 
Mein Nebenjob (einige von euch wissen auch, wo dieser war) war für mich ein Traumjob, den ich immer gern ausgeübt habe und der mir wirklich ausnehmend viel Spaß bereitet hat. Allerdings kam mit der Arbeitszeit (die nicht wenig war) mein erstes Problem: Woher Freizeit nehmen, wenn ich nebenher lernen muss?
Also habe ich beim Lernen Abstriche gemacht, um trotzdem noch an manchen Abenden zocken zu können. 
Meine Leistungen haben sich bald darauf gerecht. Ein Weltuntergang ist es natürlich nicht, von einer 1 auf eine 3 abzurutschen (zu meiner Zeit auf der Realschule hätte ich bei einer 3- in Englisch Freudentänze aufgeführt!), aber ich bin in Krisen weitblickend. Auf lange Sicht wird sich das nicht vertragen und da eine Besserung nicht in Sicht war, musste ich schweren Herzens die Kündigung einreichen.
An dieser Stelle sei kurz angemerkt, dass mir von Anfang an bewusst war, dass es viel Arbeit wird, die auf mich zukommt und ich will in dieser Hinsicht keine Kritik an meinen ehemaligen Arbeitgebern üben! Just sayin'.

Der zweite Schlag kam danach. In Stresssituationen neige ich zur Emotionalität und zum irrationalen Hinterfragen. Läuft meine Beziehung gut? Mache ich alles richtig? Bin ich eine gute Freundin? Könnte ich mehr machen?

Nun ist der Worst Case auch hier nicht eingetreten, doch auch wenn mein Freund mir jedes Mal versichert hat, es mache ihm nichts aus, wenn ich über Schule, Mitschüler oder anderes herziehe, schließlich höre ich ihm auch zu, so hat es mit Sicherheit an seinen Nerven gezehrt und mir die Situation ständig Bauchschmerzen beschert.

Und das bringt mich zum dritten Schlag. Dem, der mich die x-Achse hat überqueren lassen.

Am 31.05. sollte mein letzter Arbeitstag sein. Tatsächlich war er aber rund drei Wochen früher, weil ich nach einer Woche Betriebsurlaub weder in der Lage war, in die Schule zu gehen, noch zu arbeiten. In "How I Met Your Mother" würde Lilly jetzt sagen, ich sei unpässlich gewesen. Starke Bauch- und Magenschmerzen sowie Krämpfe haben mich zu zwei verschiedenen Ärzten laufen lassen, deren erster Verdacht, eine Viren- oder bakterielle Infektion, erst nach knapp 1,5 Wochen widerlegt wurde. 
In der Arbeit stieß ich mit meinen beiden einwöchigen Krankmeldungen auf wenig Begeisterung, schließlich hat es für meine Chefs stark nach Blaumachen ausgesehen. Die Folge war das Ausbleiben von Genesungswünschen (mit der Ausnahme eines Kollegen) sowie überhaupt der Nachfrage, wie es mir ginge oder was ich denn habe. 

So eine Reaktion seitens meiner noch-Arbeitgeber hat mich, besonders in einem sehr familiär geführten Unternehmen, wie ein Schlag ins Gesicht getroffen.

In meiner Zeit, die ich zu Hause verbracht habe (vom 25.5. - 14.06.), habe ich mich vom Bett vor den PC und wieder zurückgeschleppt. 
Eigentlich hatte ich Besuch aus Köln erwartet, dem musste ich wegen meines Zustands aber absagen. 
Sinnvolles habe ich in dieser Zeit nicht geschafft. Keine Arbeiten zu Hause, kein Lernen auf die 4 Klausuren, die mich nach meiner Rückkehr in die Schule erwarten würden. Stattdessen Stimmungsschwankungen, schlaflose Nächte, Heultattacken und Schmerzen nach jedem Essen trotz Schonkost. Meinen Freund habe ich in dieser Zeit öfter angezickt, als davor in unserer gesamten Beziehung. Selbiges gilt für meine Eltern, mit meinen Freunden hingegen hatte ich kaum bis keinen Kontakt, wenn wir nicht gerade zusammen gezockt haben.
Von einer Besserung oder zumindest der richtigen Diagnose keine Spur. 
Und dann kam mein Hausarzt, der zwischenzeitlich im Urlaub war, auf die zündende Idee. Wenn es keine Viren oder Bakterien sind, ist es vielleicht eine Allergie. Also haben wir mein Blut auf Lebensmittel testen lassen und das Ergebnis kam am 05.06. und war erschreckend logisch - aber auch ernüchternd.

Zöliakie.

Jawohl, eine Gluten Unverträglichkeit, getestet und diagnostiziert vom "Labor München Zentrum MVZ". Dazu eine Reihe anderer Lebensmittelunverträglichkeiten, die mein Körper über all die Jahre gesammelt und jetzt mit geballter Ladung ausgelebt hat.
Wer will schließlich nur ein Kaninchen haben, wenn er einen Stall für 15 hat? Dachte sich auch mein Organismus und hat fleißig Gluten sowie andere Stoffe gesammelt, mit dem er nicht umgehen konnte und woran er schließlich verzweifelt ist.
Die Diagnose war und ist noch immer Fluch wie Segen.
Einerseits weiß ich nun, woher meine vielen, seltsamen Symptome kamen, andererseits ist eine Zöliakie vor allem eines: Das unfreiwillige Gelübde, bis ans Lebensende auf Gluten zu verzichten.

Tja und hier stehe ich jetzt. Mein Vorrat und glutenfreien Lebensmitteln, die auch meine anderen Allergien berücksichtigen, ist aufgestockt, aber zu einem hohen Preis - finanziell und emotional.


Ich habe es mir bis zur Besserung meiner Symptome, die wohl vor 2 oder 3 Tagen eingesetzt hat, nicht nur mit der Belegschaft und Chefetage meiner letzten Arbeit verscherzt, sondern auch mit einem Mädchen aus meiner Klasse wegen eines Streits, den es nicht gegeben hätte, wäre ich nicht so gereizt gewesen. 
Ich habe den Geburtstag einer Freundin aus den Augen verloren, deren Freund mich Ende Mai zusammen mit einigen anderen ihrer Freunde anschrieb, um ein Gruppengeschenk organisieren. Statt eines Textes, der einen gemeinsamen Moment beschreibt, habe ich ein Word-Dokument auf meinem PC, das zunächst tagelang leer war und nachdem ich den Rat meiner Deutschlehrerin berücksichtigt hatte, nämlich bei Einfallslosigkeit irgendetwas zu schreiben, damit ein weißes Blatt nicht mehr weiß ist und einem der Anfang leichter fällt, stand dort "Für Elena:".
In dem Text steckt die traurige Wahrheit. Elena hat nichts von mir bekommen.
Wenn ich mich dafür entschuldigen würde, würde sie wohl sagen "Das ist schade, aber ich versteh's, schließlich hattest du viel um die Ohren." und es wahrscheinlich auch noch genau so meinen, aber es ist nicht OK. 
Nichts ist nicht OK.

Das Nichts für Elena steht stellvertretend für die Dinge, die ich in den letzten Wochen und auch Monaten nicht geschafft habe.
Einem Freund habe ich erst gesagt, was mich an seiner Art stört oder gestört hat, als er mich damit konfrontiert hat, nicht schon eher.
Drei anderen habe ich nicht gesagt, dass ich es nicht mag, im /ping-Verfahren angeschrieben zu werden, nur damit ich mich dann entschuldigen muss, weil ich keine Zeit oder Nerven zum Lesen/Antworten/Treffen/Skypen habe. 
Bei Veranstaltungseinladungen habe ich mir nicht mal mehr die Mühe gemacht, meinen Terminkalender zu checken, sondern sie direkt abgesagt. 
Bei einem freiwilligen Projekt in der Schule habe ich nach drei Gruppensitzungen und etwas Planung nichts mehr gemacht und meine Kameraden im Stich gelassen.
An Samstagabenden, an denen ich normalerweise im Backstage bin, lag ich auf dem Sofa meines Freundes und habe mich selbst bemitleidet. 
Einen Großteil meines Freundeskrieses habe ich Anfang Juni das erste Mal seit Monaten wieder gesehen, weil ich mir rar gemacht habe.
Meinen Vorsatz, wieder mehr zu zeichnen, habe ich zwischenzeitlich unter dem Frust über meine verlorenen Partien LoL vergraben, die ich zum Stressabbau gespielt habe und die nur neuen verursacht haben. 
Aus meinen kleinen Lästereien wurden ganze Hass- und Hetztiraden, ausgelöst durch meine verurteilende Haltung.  

Meine Apathie hat nicht erst mit der Eskalation meiner Symptome vor drei Wochen angefangen, sie begann schon deutlich eher.
Wie einige wenige wissen, hatte ich im Februar eine OP, die nötig war, weil ich mir vor fast 2 Jahren eine starke Verletzung zugezogen habe. Mein Schulspychologin hat mir versichert, eine solche OP habe häufig Folgen wie Gefühlstiefs, Lustlosigkeit und übertriebene Unsicherheit. Sie sagte mir, das ginge vorbei und ich solle mich davon nicht unterkriegen lassen.
Ich war bis jetzt der Meinung, das auch nicht getan zu haben, aber das war ein Irrtum. Wenn ich genauer darüber nachdenke, habe ich viele Dinge, die ich predige (Ehrlichkeit, Zeiteinteilung, einfach mal Spaß haben, sich ablenken, etc.) nicht befolgt und schlichtweg vergessen.
Stattdessen wurde ich ignoranter, genervter, more judgemental, aggressiver und verletzlicher.

Am Montag ist mir das klar geworden, als ich nach Hause gefahren bin, um durch meine Hausaufgaben zu hetzen und im Anschluss zu einer Runde DnD zu fahren. 

Ich dachte, mein Leben liefe zu schnell und ich käme nicht hinterher. Ich dachte, ich würde ersticken aber ich habe mich leidglich temporär überladen und bin dann stehen geblieben, anstatt die Sachen nacheinander abzuarbeiten, die Ruhe zu bewahren und in Zukunft besser zu planen.

So und jetzt braucht dieser Blogeintrag noch ein versöhnliches Ende, oder zumindest einen Appell, richtig? Ansonsten ist er einfach nur reines Mimimi und buhu buhu und dafür hat sich bis hierher keiner durchgekämpft. 

Tja, was heißt das für mich?
Ich werde versuchen, das Schuljahr jetzt noch so ruhig und konzentriert wie möglich zu Ende zu bringen und die Ferien, die danach auf mich warten, als solche zu verbringen. Vielleicht mit einem Trip nach Köln, um die Leute zu besuchen, die nicht zu mir kommen konnten. Vielleicht mit einer Woche, in der ich jeden Abend weggehe. Vielleicht auch mit einem temporären Nebenjob.
Vielleicht fahre ich auch für ein paar Tage mit einem Zelt im Kofferraum irgendwohin und gucke, was passiert.
Ich werde es sehen. Erstmal ist für mich wichtig, mir ins Gedächtnis zu rufen, dass ich nur ein Mensch bin, der nur 24h am Tag hat. Der diese 24h so effizient nutzen sollte, wie möglich - zeitlich, seelisch und körperlich. 
Dass ich einräumen sollte, Schwächen zu haben, anstatt mich vor ihnen zu verschließen.
Und dass ich vielleicht öfter mal zu den Leuten gehen sollte, an denen mich etwas stört, anstatt bei meinem Freund über sie zu schimpfen. 

Und das bringt mich zur Überschrift zurück. Tiefpunkte im Leben sind wie die einer Sinuskurve. Es geht wieder aufwärts. Erst zur Nullstelle und dann immer weiter nach oben. Beim Hochpunkt muss dann aber nicht zwangsläufig Schluss sein, weil nach oben ist schließlich immer Luft :)

In diesem Sinne: Stay awesome!
Wer sich bis hierhin durchgekämpft hat, verdient meinen Respekt. Ich war und bin nicht zu 100% mit allen Punkten zufrieden, wollte diesen Beitrag aber als eine Art "Eigentherapie" verfassen, die mir durchaus geholfen hat. 
Danke, lieber Leser, dass du ein Teil davon bist. :) 

Montag, 16. März 2015

Attack on Titan - how to cliffhanger

Nachdem wir im Item Shop schon einiges an "Attack On Titan"-Merch verkaufen und mich mein Freund mehrfach anzufixen versucht hat, habe ich also letzte Woche damit begonnen, mir den Anime anzusehen. Innerhalb von 7 Tagen hatte ich die 25 Episoden konsumiert und bin noch immer hungrig auf mehr. 
(Hinweis: Eigentlich wollte ich "Attack on Titan" gar nicht sehen, weil der Anime echt ziemlich von mehreren Seiten gehyped wurde und ich an solche Hype-Objekte immer so nahezu unerfüllbare Erwartungen habe...)



Der Anime (im Original "Shingeki no Kyojin", was so viel bedeutet wie - surprise, surpirse - "angreifende Riesen") spielt in einer Welt, in der die Menschheit so gut wie ausgerottet wurden. Dies geschah durch die im Titel erwähnten Riesen bzw. Titans, 5 - 15 Meter große, humanoide Kreaturen, die Menschen verdammt gerne fressen und so fast an den Rand des Aussterbens brachten.
Die Serie beginnt etwa 100 Jahre nach dem letzten großen Überfall der Titans. Die verbliebenen Menschen haben sich neu organisiert und leben in einer Stadt, welche in mehrere Distrikte unterteilt und von großen Mauern umgeben ist. Seit dem Erbauen dieser Mauern gab es keinen Titan, der in das Gebiet der Menschen vordringen konnte.


Die Hauptpersonen, Eren Jäger, Mikasa Ackermann und Armin Arlert leben im Distrikt Shiganshina ein den Umständen entsprechend glückliches Leben und träumen von der Welt außerhalb der Stadtmauern, in dem es viele Dinge geben soll, von denen sie nur Geschichten gehört oder gelesen haben. Dies ändert sich jäh, als ein 60 Meter großer Titan, der sogar die Mauern überragt, wie aus dem Nichts auftaucht und in der Wall Maria ein Loch schafft, durch welches andere Riesen eindringen können. Die Invasion kann weder gestoppt, geschweigedenn verhindert werden und die wenigen Überlebenden ziehen sich hinter die zweite Mauer, Wall Rose, zurück.
Eren, Mikasa und Armin überleben den Vorfall und Eren schwört, die Titans bis zum letzten auszurotten. 


So viel zur Story. 
Was mir an "Attack on Titan" als erstes auffiel, war die hohe Qualität der Zeichnungen, selbst in den schnellen und gut choreografierten Kampfszenen.



 Kulissen und Charaktere überraschen mit vielen Details (vorallem die Auuuuugen! In die hab ich mich wirklich verliebt.) und bleiben bis zum Schluss auf dem selben Level.
Ein weiterer Punkt, der sehr für den Anime spricht, ist der großartige Soundtrack. Das Opening gibt schon einen guten Vorgeschmack auf die Art des Soundtracks, der dem Wort "Epik" auf jeden Fall gerecht wird. Von mehreren "eargasms" zu sprechen erscheint mir hier doch mehr als angebracht, denn die dramatische Musik hat mir mehr als nur einmal Gänsehaut beschert. 

Dafür stieß mir ein anderer Fakt zu Beginn relativ bitter auf. Nämlich die Tatsache, dass sich die Charaktere nach einem Zeitsprung von 2, bzw. 5, Jahren (!) innerlich nicht verändert haben. Eren wirkt daher vorallem zu Beginn wie ein total stereotypischer, nerviger, sturer, lauter Hauptcharakter auf mich, dem ich insgeheim alle Nase lang den Tod oder zumindest eine ordentliche Tracht Prügel gewünscht hab. Das hat sich nach einer Weile aber relativiert und nach und nach haben sich dann auch Armin und einige Nebencharaktere mental sehr stark weiterentwickelt. Bei Mikasa hab ich eine solche Entwicklung zwar ein wenig vermisst, allerdings konnte man ihre Handlungen imho dennoch zu jedem Zeitpunkt nachvollziehen.

"Attack on Titan" ist außerdem voll von schön konstruierten Nebencharakteren, die sich alle - physisch wie psychisch - voneinander unterscheiden und eine realistische Bandbreite an verschiedenen Typen abdecken. 



Wo wir grade von den Nebencharakteren sprechen... "Attack on Titan" ist nicht gerade zimperlich, was den Umgang mit ihnen angeht. Soll heißen, es wird relativ radikal aussortiert, wer es lebend in die nächste Episode schafft, und wer nicht. Da hilft kein Betteln, kein Flehen und kein Zuschauervote - wenn du Pech hast, heißt es für deinen Lieblingscharakter "Ich habe heute leider kein Foto für dich". Und bei "Attack on Titan" geht das schneller (und blutiger!) als man denkt. Es ist quasi das "Game of Thrones" unter den Animes.
Mir persönlich hat das gefallen, ich bin kein Fan von Serien, die krampfhaft an allen Charakteren festhalten. Manch anderem mag das aber zu viel sein. Denen würde ich an dieser Stelle von dem Anime abraten und vielleicht eher auf "Bleach" verweisen...

Natürlich hat der Anime auch seine Schwächen. Ohne zu spoilern kann ich nicht allzu sehr ins Detail gehen, aber Eren ist eine von ihnen. Wegen ihm gab es einen Punkt, an dem ich mich fast weigern wollte, den Anime weiterzuschauen. Zum Glück hab ich mich noch umentschieden. 
Einige der Nebencharaktere, die mich sehr interessiert haben, kommen außerdem ein wenig zu kurz (Hanji ist einer von ihnen. Genauso wie Levi.) und wirken daher zwar schon individuell, aber nicht sehr tiefgründig und durchdacht. 

Dafür hat der Anime ein schönes Erzähltempo, kaum Längen und die 20 Minuten einer Episode vergehen wie im Flug. Plätzlich sieht man am Ende wieder (wie immer) das verhasste Bild:



Was mich zur größten Schwäche (und Stärke) bringt: Jede fucking Episode endet in einem fucking Cliffhanger. JEDE! Man denkt "Oh hey, ein Happy End?" und dann schlägt dir die Serie mit einem einfach Satz, der kurz vor Ende fällt, mitten ins Gesicht. Oder frisst dich am Stück.
Wäre es nicht so, hätte ich "Attack on Titan" wohl kaum in einer derartigen Geschwindigkeit beendet. Sogar für "Mahou Shoujo Madoka Magica", der mich ähnlich gepackt hat, hab' ich länger gebraucht und der hat nichtmal halb so viele Episoden. 

Fazit:
Wenn ihr nichts gegen Animes habt, die ihre Charaktere verspeißen und verdaut wieder ausspucken, und euch nicht an Hauptpersonen stört, die schon ziemlich Shounen-Typisch sind, gebt "Attack on Titan" eine Chnace. Vollkommen unabhängig von dem Hype, der nachwievor um die Serie gemacht wird. Überzeugt euch selbst und bildet euch ein eigenes Urteil. 
Ich wurde gut unterhalten und fand den Anime fast die ganze Zeit über sehr gut insziniert. Den dazugehörigen Manga werde ich demnächst anfangen, auf den bin ich nämlich schon sehr gespannt.
Also: Ran an den Stream/die DVD/VHS/etc. und anschauen!

Dienstag, 3. Februar 2015

Life is Strange... for real!



Auf "Life is Strange" wurde ich durch die Steamwerbung aufmerksam, die nach einer Runde "Civilazation V" aufploppte und mich neugierig machte. Dass das Leben seltsam ist, ist ja allgemein bekannt. Warum sich also kein Spiel ansehen, welches sich eben jenen Fakt zum Titel gemacht hat?
Seit 30.01.15 ist die erste Episode des Fünfteilers von Dontnod ("Remember Me") spielbar und am 31. hatte ich dann auch endlich Zeit, sie auszuprobieren. 






"Unsere Geschichte beginnt inmitten eines gigantischen Strumes"
 - Gronkh






"Life is Strange" beginnt mit einer Vision der Hauptperson Max, in der ihre Heimatstadt, Arcadia Bay, von einem Tornado heimgesucht wird. Max erwacht aus ihrem Traum und findet sich in ihrem Fotographie-Kurs wieder, nur um wenig später festzustellen, dass sie eine besondere Gabe hat: Sie kann die Zeit zurückdrehen.
Und so beginnt eine Geschichte voller Geheimnisse, zwielichtiger und gemeiner Nebencharaktere und den üblichen Sorgen als Außenseiter auf der Schule.


Das Spiel, beziehungsweise die erste Episode, wirkt dabei ein wenig wie eine spielbare Highschool-Serie, in der laut Entwickler viele getroffene Entscheidungen Konsequenzen haben werden und den Spielverlauf ändern können. Diese Ankündigung sowie die Art der Interaktionen mit anderen Charakteren und Umgebung erinnern dabei stark an Spiele der "Heavy Rain"-Macher Quantic Dream. Genauso wie die eben genannten vielen Geheimnisse, die sich um jeden ranken.

Atmosphärisch ist "Life is Strange" bis jetzt wesentlich weniger depressiv als eben genanntes "Heavy Rain" oder "Gone Home", dafür aber nicht weniger eindringlich. Man fühlt vom ersten Moment an mit Max mit, kann sich gut in sie hineinversetzen und ihre Sorgen und Bedenken nachvollziehen. Dabei rutscht "Life is Strange" jedoch nie in klischeehaftes Teenie-Drama ab, sondern bietet eine ausgewogene Mischung aus jugendlicher Melancholie und moderner Thematik sowie einer authentischen Portion Slang, der vor allem bei Max' bester Freundin Chloe in Erscheinung tritt. 



Auch arbeitet das Spiel gern mit Metaphern (Ein Schmetterling kann einen Sturm entfachen, anyone?) und Spieler, die gerne jedes kleine Eckchen erkunden, um so viel wie möglich entdecken, kommen hier voll auf ihre Kosten. Denn "Life is Strange" lässt sich sowohl im Turbo, als auch in Slowmotion durchspielen und drei verschiedene Spielstände geben einem auch wunderbar die Möglichkeit, seine Entscheidungen dreimal anders zu treffen.
In wie weit sich diese dann auf das Ende bzw. den weiteren Verlauf äußern, bleibt allerdings noch offen. 

Fest steht, dass ich darauf schon sehr gespannt bin und das Spiel in den 5 Stunden, die ich bis jetzt damit verbracht habe, sehr genossen habe. 
Daran sind Grafik und der hammer Soundtrack genauso schuld, wie die guten Synchronsprecher und die glaubwürdigen Charaktere, die in dem Spiel auftauchen. Anscheinend hat jeder von ihnen eine eigene Geschichte zu erzählen, auf die ich schon sehr gespannt bin. 

Fazit: Wenn ihr auf spielbare Filme steht und ein fünfteiliges Abenteuer mit ca. 5€ pro Part nicht als Abzocke betrachtet, dann holt es euch und probiert es aus!
Die Abstände zwischen den einzelnen Parts sollen 6 Wochen betragen. Imho ein durchaus angemessener Zeitraum, um auf eine neue Episode zu warten. Und ich freu mich schon auf die zweite. :)

Zum Abschluss des durchweg positiven Mini-Reviews gibt's noch ein paar gesammelte Screenshots und den Trailer, der mit einem großartigen Song unterlegt wurde, welcher sehr zum Stil der anderen Lieder passt, die auftauchen.